Drei-Länder-Veranstaltung «100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs»

Eine neue Initiative möchte das Gedenkjahr „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“ nutzen, um nicht nur in Österreich, sondern im gesamten Alpen-Adria-Raum eine Bewegung gegen den politischen Rechtsruck, aber auch gegen die Resignation der demokratischen Kräfte auszulösen.

Kapitulation oder Widerstand gegen Nationalismus und Spaltung?

Wir leben in einer Zeit der Krisen und Konflikte leben: Tendenzen zur Verrohung der Sprache und der politischen Kultur, Zerreißen der Solidarität durch Abbau sozialer Rechte, Halbherzigkeit gegenüber dem Klimawandel und anderen Umweltgefahren; mutwillige Zerstörung dessen, was vom Friedensprojekt Europa übergeblieben ist – das ist unsere Realität. Statt aber sich ihr zu stellen, reden etliche Regierungen und politischen Kräfte Europas von der Gefahr der Flüchtlinge und Migranten, von der Islamisierung des Kontinents, von der Unterhöhlung seiner demokratischen Kultur – und betreiben selbst die Aushöhlung der europäischen Idee in ihrem besten Sinne. Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und nationalistischer Hass sind von den Rändern des politischen Spektrums in die gesellschaftliche Mitte gerückt.

Wir haben die Wahl: Kapitulation vor der Unmenschlichkeit oder Widerstand und beherztes Eintreten für ein gutes Leben für alle. In diesem Sinne organisieren wir – gemeinsam mit engagierten Menschen in Friaul-Julisch-Venetien und Slowenien – eine Drei-Länder Veranstaltung. Wir wollen die Lehre der Weltkriege, dass Rassismus und eine Kultur der Gewalt immer wieder zu Krieg, Verelendung und Feindschaft führen, auf die Gegenwart anwenden. Dies soll zu einem Plädoyer für ein demokratisches, ökologisches und friedliches geeintes Europa werden. Ein Europa, das sich an völkerrechtliche Normen des Asylschutzes hält, eine humane Politik gegenüber den AsylantInnen einschlägt, die Fluchtursachen bekämpft; das die sozialen Rechte alle Menschen auf diesem Kontinent  schützt und das mit der sozial-ökologischen Wende die Basis für eine nachhaltige Zukunft schafft. Und die Friedensregion Alpen-Adria als regionale Umsetzung des Mottos von John Lennon und Yoko Ono: „War is over – if you want it.“

Das Alpen-Adria-Friedensmanifest

Dazu haben wir ein Manifest erarbeitet, welches wir allen Interessierten vorlegen, damit es breit diskutiert, verändert, verbessert und vervollständigt werden kann. Dieses Manifest will Erinnerungsarbeit als „Gegenwartsarbeit“ betreiben und aus der Rückschau auf das letzte Jahrhundert Kräfte zu sammeln für eine weltbürgerliche Politik der Gerechtigkeit und der Freiheit. Eine Politik, die sich nicht scheut, große Veränderungen in Angriff zu nehmen, wenn diese notwendig sind. Und eine Politik, die kosmopolitisches Denken mit regionalem Handeln – konkret in der Alpen-Adria-Region – zu verbinden weiß.

Alle Blog-LeserInnen sind herzlich eingeladen, den Entwurf auch an Freunde und Freudinnen weiterzuleiten, an der Diskussion dieses Manifestes teilzunehmen und die Diskussionsbeiträge als Postings auf unserer dreisprachigen Internetseite zu veröffentlichen:

http://zso.slo.at/warisover?lang=de

War is over Veranstaltung am 11. 11. 2018 in Klagenfurt/Celovec

Diese weltanschaulich breite und politisch pluralistische Initiative aus Italien,  Österreich und Slowenien setzt mit der Veranstaltung am 11. November ein deutliches Zeichen gegen Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, aber auch gegen Sozialabbau und Einschränkung der demokratischen Rechte. Ziel ist die Stärkung eines Europas, das ein gutes Leben für alle ermöglicht – aber mit dem Schwerpunkt auf unsere mehrsprachige, multikulturelle und wirtschaftlich erfolgreiche Alpen-Adria-Region, die wir zu einer „Region des Friedens“ machen wollen.

Die Initiative wird bereits von zahlreichen Personen und rund 30 Organisationen aus dem gesamten Alpe-Adria-Raum mitorganisiert und mitgetragen. Auch die Band setzt sich aus Musikern aus allen drei Ländern zusammen. Die Schirmherrschaft haben Alexander van der Bellen, Präsident der Republik Österreich, und Borut Pahor, Präsident der Republik Slowenien, übernommen.

Als Vortragende sind keine PolitikerInnen vorgesehen, sondern Intellektuelle und SchriftstellerInnen wie etwa Anna Baar (Romane Die Farbe des Granatapfels und Als ob sie träumend gingen), die italienische Historikerin Anna di Gianantonio oder der slowenische Ex-Diplomat und Jurist Ernest Petrič. Ein wichtiger Programmpunkt ist ein Podium über die Zukunft der Alpen-Adria-Region. Schließlich soll das Friedensmanifest feierlich angenommen werden.

Das genaue Programm findet sich ebenfalls auf der Website http://zso.slo.at/warisover?lang=de.
Die Veranstaltung ist dreisprachig mit Simultanübersetzung. Der Eintritt ist frei. Aus Platzgründen ist jedoch eine Anmeldung erforderlich unter: zso@slo.at

Werner Wintersteiner